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Das Comenius-Projekt des Berufskollegs Viersen endet mit einem Treffen in der lettischen Hauptstadt Riga.

Mit Lehrern und Mitschülern und durch Europa jetten, Vorträge auf Englisch halten, anderen Europäern Deutschland näher bringen. Was vielen vor Aufregung schlaflose Nächte bereiten würde, ist für die 18-jährige Lisa-Marie Zimmer aus der Jahrgangsstufe 12 des Dülkener Wirtschaftsgymnasiums schon fast Routine. Sie ist Teilnehmerin des EU-geförderten Comenius-Projekts des Kollegs und konnte nun bereits zum zweiten Mal an einem Projekttreffen mit Teilnehmern aus vier Partnerländern der Dülkener Europaschule teilnehmen.

Nachdem die Jugendlichen aus Großbritannien, Frankreich, Lettland, der Türkei und Deutschland im Februar in Peterborough gemeinsam Szenen für einen Film über Umweltmaßnahmen an Schulen gedreht hatten, ging es bei dem Projektabschlusstreffen in Riga um die Verbreitung der Projektidee.

Wie können Schulen ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern? Was können sie dabei von anderen Ländern lernen? Um diese Fragen zu beantworten, richteten die 48 Teilnehmer/-innen an dem im Zentrum von Riga gelegenen, gastgebenden Gymnasium eine Konferenz mit anschließender Ausstellung aus. Sie ermöglichte den interessierten Besuchern aus verschiedenen lettischen Schulen eine „Reise durch das Comenius Projekt“. An den Ausstellungsständen zeigten die Projektschüler/-innen, welche Meilensteine sie während der zweijährigen Projektlaufzeit passiert hatten: Workshops über Nachhaltigkeit, Fachberichte über Ökomanagement in den Partnerländern, Öko-Audits an den Schulen. SMARTE Pläne für mögliche Umweltmaßnahmen, Filme über deren Realisierung … und natürlich die blauen Eimer des Viersener Teams als Hinweis auf die am Berufskolleg jetzt in allen Räumen anstehende Papiermülltrennung.

Besonders viel Zuspruch erhielt der deutsche Stand nicht nur wegen der Fülle an dargebotenen Fachinformationen, sondern auch wegen der eher ungewöhnlichen Outfits der Standbetreuer. Weder Ökoklamotten noch Business-Look. Auf Bitte der folklorebewussten lettischen Gastgeber präsentierten sich die Viersener in Schützenkleidung und Karnevalskostümen. „Am Anfang hatten wir da nicht wirklich Lust drauf, aber unsere Lehrerinnen gingen sogar als Möhnen und am Ende hat es uns allen Spaß gemacht, unseren Partnern diese deutschen Traditionen zu erklären“, fasst Lisa-Marie die Meinung des Viersen Schülerteams zusammen.

Spaß hatte Lisa-Marie auch an dem Ort der Begegnung. Riga ist nicht nur „Europäische Kulturhauptstadt 2014“, sondern gilt auch als „Hauptstadt des Jugendstils“. Da die Wirtschaftsgymnasiastin nach dem Abitur gerne Architektur studieren möchte, genoss sie zusammen mit ihren Freunden vom Projekt den Anblick vieler wunderbar restaurierter Jugendstilgebäude in der prächtigen Altstadt Rigas.

Obwohl das Projekttreffen zu Beginn der Osterferien stattfand und danach ein Urlaub lockte, fiel es Lisa-Marie ebenso wie ihren vier Mitschülern vom Wirtschaftsgymnasium schwer, Riga nach vier Tagen wieder zu verlassen. Am Ende rollten sogar die Tränen, denn nach insgesamt fünf Projekttreffen in zwei Jahren ist das Comenius Projekt beendet und ein Wiedersehen der Partner noch nicht terminiert.